Wir nannten sie Bärbel.

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Wir nannten sie Bärbel.

Beitragvon -sd- » 18.12.2007, 21:02

Am 2. Januar 1993 starb in Frankfurt am Main Frau Barbara PAULSOHN geborene SOMMERFELD.
Am 3. Oktober 1923 in Schlesien geboren, kam sie als Kind Ende der 20er Jahre nach Marienwerder.
Ihr Vater übernahm die Leitung der Reichsbank bei uns, und im Gebäude der Bank in der Bahnhofstraße
wohnten Sommerfelds auch.

Wir wurden in dieselbe Klasse der Ev. Mädchenvolksschule eingeschult und gehörten zu den Schulanfängern,
die in den ersten beiden Jahren im früheren Tattersaal am Dom unterrichtet wurden.

Bärbel legte ihre Reifeprüfung in der Hermann-Balk-Schule ab. Durch ihr freundliches und allen Mitschülerinnen
zugewandtes Wesen war sie in der Schule allgemein beliebt. Sie war sehr musikalisch und spielte schon
in den unteren Klassen bei den Hausmusikabenden, die unser Musiklehrer, Herr Lau, in jedem Jahr
veranstaltete, zur Freude aller Zuhörer auf ihrem Schifferklavier vor. Später war sie mit ihrer Geige
Mitglied des Schulorchesters. Die Musik blieb ihre große Liebe und war ihr eine große Hilfe
in den schweren Passagen ihres Lebens.

Mit der Flucht führte sie ihr Weg nach Lübeck, einige Jahre später nach einer Ausbildung zur Sonderschullehrerin
nach Frankfurt. Sie hat dort gern mit behinderten Schülern gearbeitet und sich über den Schulunterricht hinaus
um ihre Förderung bemüht.

Langes schweres Leiden ging ihrem Tod voraus.
Gute Freunde standen ihr zur Seite.
Wir vergessen Bärbel nicht.

Renate Purwin

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Quelle:
'Kleine Weichsel-Zeitung', Mitteilungsblatt des Heimatkreises Marienwerder / Wpr.,
25. Jahrgang, Nr. 1., Celle, 1. Februar 1993.

Mit Wissen und ausdrücklichem Einverständnis von Frau Purwin, Neumünster, hier wiedergegeben.
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