Otmar Sommerfeld, ein Ausnahme-Fußballer.

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Otmar Sommerfeld, ein Ausnahme-Fußballer.

Beitragvon -sd- » 02.04.2008, 16:55

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Otmar Sommerfeld (* 16. November 1929) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.
Mit insgesamt 362 Einsätzen zwischen 1949 und 1963 ist er der Rekordspieler in der
damals erstklassigen Fußball-Oberliga Nord.


In der Spielzeit 1949/50 bestritt Sommerfeld, noch als Stürmer, für den Harburger Turnerbund
25 Punktspiele und schoß dabei vier Tore. Obwohl die Harburger nach Saisonende als weit
abgeschlagenes Schlußlicht in die Amateurliga Hamburg absteigen mußten, blieb er bei dem
Klub, für den er schon seit Kriegsende die Fußballschuhe geschnürt hatte.

1951 folgte der kantige, hochaufgeschossene 20-jährige dann aber doch seinem Trainer
Walter Risse an das Nordufer der Elbe, wo er für den FC St. Pauli antrat, der auch damals schon
auf dem Heiligengeistfeld, aber noch nicht im erst 1963 eingeweihten Millerntor-Stadion spielte.
Bei St. Pauli war gerade ein Umbruch im Gange, weil etliche Spieler der Nachkriegs-'Wunder-
mannschaft' (u.a. Hans Appel, Karl Miller und Heinz Hempel) bereits stramm auf die 40 zugingen.
Risse schulte den jungen Angreifer um, der seinen Platz von da an als Außen- oder Mittelläufer
an der Seite der St. Pauli-Legende Harald Stender fand. Zwischen 1951 und 1959 absolvierte
Sommerfeld 227 Oberligabegegnungen – er hat also lediglich 13 Spiele verpaßt – und erzielte
13 Tore für die Braun-Weißen. Zu einer Nordmeisterschaft reichte es für ihn in diesen Jahren
zwar nicht – den Titel gewann mit einer Ausnahme immer der Lokalrivale HSV. Aber 1954
beendete St. Pauli die Saison als Zweiter hinter Hannover 96 – und Sommerfeld wurde durch
die WM in der Schweiz um die Teilnahme an der Endrunde der deutschen Meisterschaft gebracht,
weil sich in dem Jahr ausnahmsweise nur die Oberliga-Ersten dafür qualifizierten.

Auf dem Rasen wurden seine Duelle mit den gegnerischen Mittelstürmern, insbesondere
mit dem HSVer Uwe Seeler und dem Altonaer Werner Erb, zur Legende, denen der sachliche
und abgeklärte Abwehrrecke häufig das Leben schwer machte. Dies führte 1954 zu einer
Einladung des Bundestrainers zu einem Sichtungslehrgang, der Sepp Herberger dann
allerdings keine Berufung Sommerfelds in die A- oder B-Nationalelf folgen ließ. Dafür stand
er zweimal in der Norddeutschen (NFV-)Auswahl. Ein Angebot von Werder Bremen lehnte
St. Paulis Präsident Wilhelm Koch höchstpersönlich ab, der seinem Spieler zum Ausgleich die
Pacht einer Tankstelle im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort vermittelte. Und Sommerfeld
fühlte sich auf dem Kiez ohnehin wohl, zumal er auch bei den seinerzeit noch zahlreichen
Hafenarbeitern unter den Zuschauern beliebt war. Er selbst erzählte darüber:
"Leute, die mit ganzem Herzen dabei waren – viele von ihnen arbeiteten am Wochenende
bis ein Uhr mittags und gingen dann direkt zum Stadion. Die hatten für die Spieler teilweise
Bananenstauden dabei, die sie irgendwo im Hafen abgestaubt hatten."

Erst 1959 verließ Otmar Sommerfeld den FC St. Pauli und spielte bis 1965 beim ASV Bergedorf
85, wo er es in vier Jahren gleichfalls noch auf 110 Oberligaspiele mit drei Torerfolgen brachte.
Mit den 'Elstern' ging es allerdings meist darum, den Abstieg zu vermeiden; dazu, daß das
bis 1963 gelang, hat Sommerfeld tatkräftig beigetragen. In den folgenden beiden Jahren in
der neuen Regionalliga Nord trat er sportlich deutlich kürzer, stand aber mit seiner Routine
auch in neun Zweitligabegegnungen noch seinen Mann, bevor er dem Leistungssport nach
16 Jahren ade sagte. Otmar Sommerfeld bewertet diesen Lebensabschnitt im Rückblick
positiv: "Eine unwahrscheinlich schöne Zeit. Bei uns gab es Typen, echte Originale."

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Otmar Sommerfeld * 16. November 1929, † 26. Juli 2008.

Beitragvon -sd- » 07.09.2010, 18:44

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Otmar Sommerfeld (* 16. November 1929, † 26. Juli 2008 in
Hamburg-Harburg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.
Mit insgesamt 362 Einsätzen zwischen 1949 und 1963 ist er
der Rekordspieler in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga
Nord.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Otmar_Sommerfeld

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Dankenswerterweise mitgeteilt von Hans-Dieter Zemke.
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