Vorpommern ... nicht der Hinterhof von Mecklenburg !

Moderator: -sd-

Vorpommern ... nicht der Hinterhof von Mecklenburg !

Beitragvon -sd- » 30.09.2009, 18:16

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"Wir sind das Volk von Vorpommern und nicht der Hinterhof von Mecklenburg"
- eindeutige Worte, schwarz auf weiß gedruckt auf unzähligen Zetteln, Aufruf zur Demonstration:
Schluß mit den Demütigungen ! Wir wollen das Land Vorpommern !

Am 3. Februar 1990 gingen dann tatsächlich Hunderte auf die Straße und fochten um ihr Land,
das eigentlich - laut Historie - niemals ein eigenständiges war. Vielmehr handelte es sich immer
um einen Teil des Herzogtums Pommern, entstanden in der Feudalepoche. Über die Jahrhunderte
haben Landesteilungen, innerstaatliche Strukturgliederungen und Kriege für den Landstrich
nicht wenige Veränderungen gebracht.

Da gab es die Herzogtümer Pommern-Wolgast und Pommern-Stettin; im Ergebnis des 30jährigen
Krieges kassierte Schweden den vorpommerschen Teil ein, der Nordische Krieg verkleinerte
anschließend den schwedischen Teil an Pommern, und letztendlich kam der Rest 1815 zu Preußen
und wurde Provinz im Königreich.

Als der König abgeschafft war und der Faschismus vernichtet, tauchte zum ersten Mal der Begriff
Mecklenburg-Vorpommern auf. Doch ein Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland
(SMAD) von 1947 ließ Vorpommern wieder verschwinden, und dabei blieb es.

In der 40jährigen DDR-Geschichte war Vorpommern ganz einfach der östlichste Teil des Küsten-
bezirks und des Bezirks Neubrandenburg - bis zur Wende.

Aus der Vergangenheit aber sollte man von Vorpommern dennoch einiges wissen:
Rührige Zisterziensermönche haben vor rund 500 Jahren die Grundsteine gelegt.
Die Hanse brachte wirtschaftliche Blütezeiten; von Stralsund und Greifswald weiß
die Geschichte sogar zu berichten, daß von ihnen eine Weltmacht des Handels und
des Fortschritts ausging. Die niederdeutsche Backsteingotik, verkörpert in den turm-
reichen Stadtsilhouetten, den gewaltigen Kirchen, den Rathäusern und ihren prächtigen
Fassaden, den Marktplätzen und Straßen mit den Giebelhäusern der Patrizier, setzte
unverwechselbare Wahrzeichen.

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Nachfolgende Quelle zum Weiterlesen empfohlen:
Regional- und Freizeitführer Mecklenburg-Vorpommern.
Herausgegeben von Ingo Koch und Brigitta Meuche.
VSA-Verlag, Hamburg. 1991. ISBN 3-87975-553-1
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